Krokodilzoo Friedberg: Gericht untersagt Mensch-Tier-Kontakt

Das Verwaltungsgericht Gießen hat in einem Beschluss vom 27.10.2017 (1 L 6907/17.GI) die Auflagen der für den Krokodilzoo Friedberg zuständigen Naturschutzbehörde, dass der direkte Kontakt von Besuchern mit den im Krokodilzoo gehaltenen Panzerechsen mittels Trennbarrieren verhindert werden muss, bestätigt.

Das Regierungspräsidium Darmstadt erteilte im August dieses Jahres dem Betreiber der Einrichtung die Auflage, dass nur noch volljährige Besucher nach vorheriger Belehrung über die Risiken in direkten Kontakt zu den potentiell gefährlichen Tieren gelangen dürfen, die entsprechenden Bereiche ansonsten jedoch mit Absperrgittern für den Zutritt gesperrt werden müssen. Die Behörde bezog sich dabei auf die Auflagen des Bundesnaturschutzgesetzes und bemängelte außerdem fehlende Sicherheitskonzepte und Notfallpläne. Bislang war es im Krokodilzoo Friedberg nicht nur möglich, Alligatoren hautnah an Land zu erleben und sich mit ihnen fotografieren zu lassen (auch im Rahmen von Kindergeburtstagen für nicht volljährige Besucher), sondern sogar mit ihnen zu schwimmen. Auf seiner Website wirbt der Krokodilzoo mit einem entsprechend bebilderten Slogan „Alligatorküssen leicht gemacht
.

Der Betreiber der Krokodilzoos stellte beim Verwaltungsgericht Gießen einen Eilantrag gegen die Auflagen. Schließlich betreibe er die Alligator-Farm seit vielen Jahren, ohne dass es bislang zu Unfällen gekommen sei. Neben seiner vorhandenen Fachkunde habe auch ein Wesenstest die Ungefährlichkeit seiner Tiere bestätigt.

Das Verwaltungsgericht Gießen lehnte den Antrag jedoch ab und bestätigte die Auflagen der Naturschutzbehörde. Nach § 121 Ordnungswidrigkeitengesetz (OWiG) stelle das freie Umherbewegen von gefährlichen Tieren wildlebender Arten, zu denen Krokodile und Alligatoren zu zählen sind, sowie das Unterlassen von Vorsichtsmaßnahmen Ordnungswidrigkeitstatbestände dar. Die mutmaßliche
Zahmheit einzelner Tiere ändere nichts am grundsätzlich vorhandenen Gefahrenpotential von Panzerechsen.

Laut Berichten von hessenschau.de hat der Betreiber Berufung eingelegt.
Mensch-Tier-Kontakt fördert Naturbildung (Symbolbild)