Landestierärztekammer Ba-Wü fordert Sachkundenachweis

Der in Baden-Württemberg vom amtierenden Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Peter Hauk (CDU) geplante Sachkundenachweis für Reptilienhalter nimmt allmählich Form an. Am 28. November fand im Landtag von Baden-Württemberg eine Anhörung zur „Privaten Haltung von exotischen Tieren“ statt. 15 Organisationen, darunter u.a. auch die Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V. (DGHT) bezogen Stellung gegen ideologisch motivierte Haltungsverbote. Auch die Landestierärztkammer Baden-Württemberg (LTK BW) sprach sich gegen Verbote und Einschränkungen der sog. „Exotenhaltung“ aus. Positiv- und Negativlisten wurden ebenfalls deutlich abgelehnt. Dies geht aus einer Pressemitteilung der LTK BW hervor: Tierärzte fordern Sachkundenachweis bei der Exotenhaltung
 
Stattdessen unterstützt das Selbstverwaltungsorgan der Tierärzte zur Gewährleistung des Tierschutzes den vom Agrarminister geforderten Sachkundenachweis, da eine Kriminalisierung der Tierhalter dem Tierschutz mehr schaden als nützen würde, wenn betroffene Halter aus Angst vor Repressalien z.B. nicht mehr zum Tierarzt gehen würden.

Da in meinem eigenen Bundesland Niedersachsen der geplante Sachkundenachweis nach dem Regierungswechsel wieder ein Stück weit in die Ferne gerückt ist und auch im Koalitionsvertrag der niedersächsischen GroKo keine Pläne zur Regelungen der sog. „Exotenhaltung“ zu finden sind, scheint sich in Baden-Württemberg nun endlich ein sinnvolles Konzept zur Bekämpfung von Tierschutzproblemen und zur Stärkung der verantwortungsvollen Terraristik zu bilden. Der von Fachverbänden und Tierärzten geforderte mehrstufige Sachkundenachweis sehe vor, dass Halter von anspruchsvollen Tierarten wie z.B. Nahrungsspezialisten oder potentiell gefährlichen Tieren eine höhere Qualifikation vorweisen müssten als Halter von weniger anspruchsvollen Arten.

Auch Tierbörsen wurden bei der Anhörung thematisiert. Die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft (DVG) forderte die Anwesenheit von qualifizierten Fachtierärzten als Verpflichtung für solche Veranstaltungen.
 
Dass die politischen Entscheidungsträger in Baden-Württemberg offenbar mehr Wert auf eine lösungsorientierte und fachkundige Debatte statt auf populistischen Tierschutz legen, lässt grundsätzlich auf eine positive Entwicklung hoffen.