Buthus intumescens (Ehrenberg in Hemprich & Ehrenberg, 1829)

  • Familie: Buthidae (C.L. Koch, 1837)
    Gattung: Buthus (Leach, 1815)
    Art: (Buthus) intumescens (Ehrenberg in Hemprich & Ehrenberg, 1829)
    Trivialname: „Gelber Wüstenskorpion“
    Unterarten: keine



    Größe: Angaben reichen von 7cm bis 8,5cm (zählt zu den mittelgroßen Skorpionen)


    Herkunft: Ägypten, Israel, Jemen sowie jeweilige Grenzgebiete zu Saudi - Arabien



    Äußere Merkmale:
    Buthus intumescens weist eine hellbräunlich – gelbe Grundfärbung am Pro- und Mesosoma auf, letzteres ist mittig mit einer schwarzen Linie durchzogen. Die Pedipalpen sowie die Laufbeine sind einheitlich sandgelb gefärbt. Die Laufbeine heben sich durch ein helles Gelb ab. Er gehört zu den eher flach gebauten, mittelgroßen Skorpionen und verfügt über dünne Pedipalpen sowie ein dünn- bis mittelstark ausgeprägtes Metasoma (im Vergleich zu den Pediplapen). Die Granulierung des Carapax weist, durch die Verbindung von einigen Körnerreihen, eine leierförmige Figur auf. Dies ist gleichzeitig das gattungsspezifische Buthus – Merkmal.



    Haltung:
    Aus dem Klimadiagramm der Herkunftsländer abgeleitet bietet sich eine halbaride Haltung mit einer Tagestemperatur von 28°C bis 32°C, lokal auch 35°C, an. Nachts ist eine Abkühlung auf Zimmertemperatur empfehlenswert. Eine Trinkschale, mit frischem Wasser gefüllt, sollte einmal wöchentlich für adulte Exemplare angeboten werden. Eine Luftfeuchtigkeit von ca. 30% - 50% wird erreicht, in dem man den Bereich um die Trinkschale einmal wöchentlich leicht anfeuchtet. Zudem sollte im Sommer ein zweiwöchentliches Sprühen von Teilbereichen des Terrariums erfolgen. Eine trockene Überwinterung (Luftfeuchtigkeit um die 30%) bei 10°C bis 15°C am Tage und bis zu 8°C in der Nacht soll der Paarungsbereitschaft zuträglich sein, ist aber laut Übermittlungen kein muss. Auf eine höhere Lebenserwartung durch Überwinterung liegen keine belegbaren Erkenntnisse vor.


    Das Terrarium sollte eine Grundfläche von mindestens 30x20cm für diese mittelgroße Art aufweisen. Für eine Paarhaltung, welche übrigens nur sehr eingeschränkt möglich sein soll, sollte jedoch mindestens ein Platzangebot von 40x30cm zur Verfügung gestellt werden. Da es sich bei Buthus intumescens durchaus um eine grabende Art handelt, welche zum Großteil in trockener Savannenlandschaft angetroffen wird, kann der Bodengrund aus einem Sand – Lehm – Gemisch bestehen, welches ca. 8cm bis 10cm hoch, leicht feucht, in das Terrarium gegeben werden sollte. Nach dem Austrocknen des Bodengrundes sollte dieser hart werden, aber dennoch grabfähig bleiben und so die Möglichkeit für das Anlegen einer Wohnhöhle bieten. Als Einrichtung bieten sich neben Steinen, Wurzeln und Hölzer, auch Kork- und Rindenstücke an. Dadurch kann die Lauffläche im begrenzten Terrarium zusätzlich vergrößert werden. Halbe Kokosnussschalen oder Ähnliches eignen sich nur bedingt als Unterschlupf. Buthus intumescens neigt zu einer engen Höhle mit Rückenkontakt.



    Geschlechtsunterschiede und Paarung:
    Bei Buthus intumescens handelt es sich um eine eher oberflächlich erforschte Art. Dadurch gibt es leider sehr wenige Erkenntnisse zur Auseinanderhaltung der Geschlechter, die allerdings zum Großteil nur durch wahre Experten unter Zuhilfenahme von optischem Gerät erkannt werden können. So soll laut Hemprich die Chela bei Männchen etwas breiter und länger sein als bei Weibchen. Ehrenberg schreibt jedoch von einem, nicht mit dem bloßen Auge, erkennbaren Merkmal. Die Kammzähne belaufen sich beim Männchen auf 33 – 34. Die Kammzähne beschränken sich beim Weibchen auf 29 – 34.


    Aufgrund des aufgezeigten, sehr eingeschränkten, Sozialverhaltens stellt sich die Zucht der Art etwas komplizierter dar. Zur Paarung sollte das Männchen zum Weibchen gesetzt werden. Der Paarungstanz beginnt nach einer Abtastphase. Nach vollzogenem Akt sollte das Männchen sofort wieder evakuiert werden.


    Die Nachzuchten sollten einzelnen aufgezogen werden. Somit kann man Ausfällen durch eventuell auftretenden Kannibalismus bei Häutungen vorbeugen. Haltungsbedingungen können wie bei adulten Tieren der Art beschrieben werden. Auf eine Wasserschale sollte man jedoch aufgrund der Gefahr des Ertrinkens verzichten und lediglich einen Teilbereich inklusive der Wand leicht besprühen. Ein leicht angefeuchtetes Zellstofftuch bzw. ein getränkter Schwamm werden dankend als Trinkgelegenheit angenommen. Fütterung einmal wöchentlich mit Futter in Körpergröße. Das Jagdverhalten bei Jungtieren ist nach meinen Beobachtungen sehr stark ausgeprägt. Futtertiere leicht über der eigenen Körpergröße werden überwältigt.


    Jungtier nach der Häutung:



    Verhalten:
    Buthus intumescens ist ein recht munterer Wüstenskorpion. Er sucht sofort nach dem Einsetzen in das Terrarium nach einem festen Gegenstand und versteckt sich dort bis zur Dämmerung. In der Dämmerung streift er durch sein Terrarium und sucht sich den bestgeeignetsten Platz für seine Wohnhöhle, welche jedoch nicht sofort angelegt wird. Futterpausen werden saisonal, natürlich auch abhängig von den Haltungsbedingungen, eingelegt. Bei der Erbeutung wird meist der Giftstachel eingesetzt.


    Buthus intumescens ist ein sehr schneller Zeitgenosse, der auf Störungen nervös bis aggressiv reagiert. Er weicht meist zurück, verfällt selten in Drohposition (gespreizte Scheren und erhobenes Metasoma). Es ist beim Umgang mit dem Tier trotzdem größte Vorsicht angebracht!



    Futter:
    Als Futter werden Heuschrecken, Steppengrillen, Grillen, Heimchen, Schaben sowie Mehlwürmer bis leicht über Körpergröße angenommen.



    Giftigkeit:
    Buthus intumescens verfügt über ein sehr schmerzhaftes Neurotoxin mit einem nicht bestimmten LD50 – Wert. Dieses Neurotoxin, welches normalerweise bei einem gesunden, erwachsenen Menschen nicht zu Herzkreislaufproblemen führt, verursacht durch erhöhte Permeabilität extrem starke Schmerzen. Beim Umgang mit dieser schnellen Art sollte die notwendige Sorgfalt an den Tag gelegt werden. Innerhalb des 5 – Stufen Giftmodells reiht das Neurotoxin Buthus intumescens im Bereich um die 3,0 ein.


    Trotz der Nervosität bei Störung ist Buthus intumescens meiner Meinung nach, aufgrund der mittel – starken Giftwirkung, für einen verantwortungsbewussten Anfänger, der unbedingt einen Skorpion aus der Familie Buthidae Gattung Buthus halten will, gut geeignet.



    Hinweis:
    Der hier dargebotene Haltungsbericht ist mein Gedankengut. Einbezogene Quellen wurden gekennzeichnet, Zitate nicht verwendet. Unerlaubte Vervielfältigung sowie Kopieren von Passagen ist hiermit untersagt bzw. bedarf Rücksprache. Danke für das Verständnis.



    Hintergrundinformationen:
    Als weitere Hintergrundinformation empfehle ich folgende, sich mit der Gattung Buthus explizit beschäftigende, Arbeiten:
    P2005_19
    P2006_34
    Hemmo Nickel, Jan Hornung und Michael Koch in Reptilia Ausgabe 75 Februar / März 2009