Androctonus amoreuxi (Audouin & Savigny, 1812)

  • Familie: Buthidae
    Gattung: Androctonus (Ehrenberg, 1828)
    Art: (Androctonus) amoreuxi (Audouin & Savigny, 1812)
    Trivialname: Afrikanischer Dickschwanzskorpion


    Unterarten: Androctonus amoreuxi amoreuxi (Audouin & Savigny, 1812)
    Androctonus amoreuxi baluchicus (Pocock, 1900)
    Androctonus amoreuxi levyi (Fet, 1997)


    Größe: von ca. 9cm bis ca. 12cm (zählt zu den mittelgroßen Skorpionen)


    Herkunft: Afrika (Algerien, Burkina Faso, Tschad, Ägypten, Äthiopien, Lybien, Mauritanien, Mali, Marokko, Senegal, Sudan), Asien (Afghanistan, Iran, Irak, Israel, Jordanien, Pakistan, Saudi – Arabien)


    Äußere Merkmale:
    Androctonus amoreuxi weist eine helle sandfarbene, je nach Unterart auch eine grün - gräuliche Erscheinung auf. Obwohl er im Trivialnamen als Dickschwanzskorpion bezeichnet wird, ist sein Metasoma bei weitem weniger stark als bei seinen Verwandten (Androctonus Spec. = Fat tailed scorpions) ausgeprägt. Das Verhältnis Metasoma zu Pedipalpen ist jedoch immer noch zu Gunsten des Metasomas ausgeprägt. Auffällig ist sein langer Stachel an einem hellen Telson (Giftblase).



    Haltung:
    Die Temperaturen sollten am Tage bei 28-33°C, lokal auch bis 38°C, liegen. Eine Nachtabsenkung auf Zimmertemperatur ist einzuplanen. Da A. amoreuxi ein reiner Wüstenbewohner ist sollte die Luftfeuchtigkeit nicht über 40% steigen. Mit dem Wasser sollte man sehr sparsam umgehen, da A. amoreuxi schnell Mykose (Pilzbefall) bekommen kann. Im Schnitt reicht es, alle 2 Wochen die Wasserschale zu füllen und einmal im Monat ein wenig zu sprühen. Im Sommer kann das Sprühintervall auch auf alle zwei Wochen verkürzt werden.


    Das Terrarium sollte eine Grundfläche von mind. 30x30x20cm für diesen mittelgroßen Skorpion aufweisen und einen grabfähigen Sand als Bodengrund beinhalten, da A. amoreuxi durchaus mittelstarkes Grabverhalten aufzeigt. Der Bodengrund muss allerdings nicht zu hoch sein, da die Art sich unter Steine und Rinde wühlt (7cm – 10cm reichen vollkommen aus). Komplette Wohnhöhlen werden selten angelegt. Es sollten Steine und Rinden im Terrarium vorhanden sein. Gerne werden auch Scherben von Tontöpfen als Versteck angenommen.




    Geschlechtsunterschiede und Paarung:
    Männchen besitzen 28-35 Kammzähne, Weibchen hingegen 21-29. Aufgrund der Überschneidung der Kammzähneanzahl können gelegentlich Fehler bei derBestimmung dieser Art auftreten.


    Zur Paarung wird das Männchen zum Weibchen gesetzt. Es bietet sich an beide zuvor zu füttern! Das Männchen sucht sehr schnell das Weibchen auf. Der Paarungstanz hingegen kann eine ganze Nacht andauern. Eine trockene Überwinterung ohne Fütterung bei 15°C bis 18°Cfördert die Paarungsbereitschaft deutlich! Bei optimalen Haltungsbedingungen kann nach ca. 4 Monaten der Nachwuchs begrüßt werden. Dieser fällt leider nicht so üppig aus und beschränkt sich auf 20 bis 30 Jungtiere. Die Aufzucht ist relativ einfach, die Kleinen nehmen sehr schnell zerdrückte Heimchen etc. an. Man hält sie bei ca. 28°C – 30 °C, bietet einen kleinen Unterschlupf an (fester Rückenkontakt ist wünschenswert) und feuchtet eine Ecke alle drei Tage leicht an. Feuchtigkeit wird aus dem leicht feuchten Sand mit Hilfe der Pedipalpen extrahiert. Die Lebensdauer wird mit 4 bis 6 Jahren angegeben.



    Verhalten:
    Bei Einhaltung der artgerechten Haltungsbedingungen kann dieser Skorpion wie alle Androctonus spp. sehr schnell und schwer berechenbar sein. Grundsätzlich handelt es sich um einen friedfertigen Pflegling, welcher bei Störungen eher sofort in seine Höhle ausweicht als zu zustechen droht. Meine Pfleglinge dieser Art haben sich noch nie gestellt und stets ein Fluchtverhalten gezeigt. Er ist ein mittelfleißiger Gräber und beginnt meistens sofort nach Einzug in das Terrarium mit dem Bau einer kleinen Höhle (Art tiefere Mulde) in Anlehnung an einen Stein bzw. ein Rindenstück. Dort verbringt er die meiste Zeit und lauert auf Beute. A. amoreuxi ist, wie alle Androctonus spp., keine soziale Art und sollte nur zur Paarung zusammengesetzt werden. A. amoreuxi ist eine meist nachtaktive Art, welche sich tagsüber eher selten zeigt. Mit Futter ist er sparsam, legt Fresspausen von bis zu 3 Monaten ein.



    Futter:
    Heuschrecken, Schaben, Steppengrillen, Grillen, Heimchen, andere Wirbellose.


    Giftigkeit:
    Das Gift ist „medizinisch bedeutsam“, die Art ist als starkgiftig eingestuft und hat einen LD50 – Wert von 0,75mg/kg. Somit erreicht die Art auf der Skala 1-5 eine 4 bis 4,5. Wie bei allen Androctonus-Arten sehr schmerzhafte Stiche mit der Gefahr kardialer und zentralnervöser Symptomatik. Beim Umgang mit dieser Art ist größtmögliche Vorsicht angebracht. Bei der Haltung dieser Art sind alle sicherheitsrelevanten Maßnahmen unbedingt einzuhalten!


    Anmerkungen:
    Quellen für den Haltungsbericht sind neben den Büchern (siehe auch Literaturverzeichnis) von
    Mahsberg & Lippe à Skorpione,
    Martin Watz à Skorpione im Terrarium – Mit Stachel und Scheren,
    Ann Web & Herbert Schiejokà Ihr Hobby – Skorpione
    eigene Erfahrungen über einen Zeitraum von 2,5 Jahren anhand eines adulten Paares mit dem Erfolg zweimal Nachwuchs zu erhalten.


    Hinweis:
    Der hier dargebotene Haltungsbericht ist mein Gedankengut. Einbezogene Quellen wurden gekennzeichnet, Zitate nicht verwendet. Unerlaubte Vervielfältigung sowie Kopieren von Passagen ist hiermit untersagt bzw. bedarf Rücksprache. Danke für das Verständnis.