Heterometrus petersii

  • Familie: Scorpionidae


    Gattung: Heterometrus


    Art: petersii


    Trivialnamen: Asiatischer Waldskorpion, Thaiskorpion u.Ä.


    Größe: Wie alle Heterometrus Arten gehört auch petersii zu einen der größten Skorpionen Weltweit.


    Herkunft:


    Heterometrus petersii kommen in den Tropischen Regenwäldern in Laos, Vietnam und den Philippinen vor.
    Anzutreffen sind sie dort unter Steinen, Rinden, Wurzeln usw. wo sie große Wohnhöhlen anlegen.
    Diese verlassen sie gewöhnlich nur zur Nahrungssuche oder zur Paarung.


    Giftigkeit:


    Wie alle Skorpione besitzen auch H.petersii Gift. Aber wie die meisten Heterometrus Arten wird dieses Gift als mindergiftig eingestuft und ist somit für gesunde Erwachsene Menschen weitesgehend ungefährlich. Hier spricht man von einer sogenannten Bienenstichsymptomatik.
    Allergischen Reaktionen müssen unbedingt von einem Arzt behandelt werden!


    Aussere Merkmale und Geschlechtsunterschiede:


    H.petersii besitzen einen Durchgehend Schwarz gefärbten Körper.
    Pedipalpen, Metasoma und Laufbeine sind ebenfalls Schwarz gefärbt.
    Pedipalpen und Scherenhände sind leicht granuliert und leicht behaart. Metasoma und Giftblase sind dagegen etwas stärker behaart.


    H. petersii 1.0 hier sieht man auch schön den Zahn auf dem Beweglichen Scherenfinger und den Unterschied der Behaarung von Pedipalpen bis Metasoma.


    Wichtigstes Merkmal zur Bestimmung dieser Art ist der Zahn des beweglichen Scherenfingers. Dabei ist der Zahn bei Männchen deutlicher ausgeprägt als bei Weibchen.
    Die Bestimmung des Geschlechts ist über die Kammorgane für ungeübte Augen recht schwierig.
    Die Anzahl der Kammzähne liegen bei beiden zwischen 15-19 Kammzähne.
    Diese sind jedoch bei Männchen etwas Länger als bei Weibchen.
    Die Genitalplatte (Operculum) bei 1.0 ist Oval bei 0.1 herzförmig.


    Unteransicht von H.petersii 1.0


    Haltung:


    Wie oben bereits erwähnt kommen petersii in Tropischen Regen- und Feuchtwäldern vor. Dort Leben sie in großen Wohnhölen wo sie sich Tagsüber aufhalten.
    Sie verstecken sich gerne unter Pflanzen, Steinen, Wurzeln usw. Ungeeignet als Verstecke sind Kokusnusshölen, zerbrochene Tontöpfe und alles wo sie keinen Rückenkontakt haben oder sich verletzen könnten.


    Die Größe des Terrariums für ein einzelnes Tier sollte 30x40x30cm (LxBxH) nicht unterschreiten.
    Paar- und Gruppenhaltung ist in den meisten Fällen sehr gut möglich.
    Ein Pärchen sollte in einem 60x40x40cm großem Becken unterkommen. Für größere Gruppen sollte das Terrarium dementsprechend größer gewählt werden und genügend Versteckmöglichkeiten gegeben werden.
    Dennoch lässt sich die Verträglichkeit der Tiere nicht garantieren und sollten dann so schnell wie möglich getrennt werden um Verluste zu vermeiden.


    Als Bodensubstrat verwende ich Persönlich Lehmhaltige Walderde. Diese ist sehr grabfähig und beinhaltet viele Mikroorganissmen die förderlich für das Klima im Becken sein können. Ebenfalls geeignet ist ungedüngte Blumenerde aus dem Baumarkt.
    Die Substrathöhe sollte bei Etwa 18cm liegen. Da dies bei den meisten Terrarien nur bedingt möglich ist schafft hier das nach hinten ansteigende auffüllen Abhilfe. Dies fördert nebenbei auch das geringe Kletterbedürfniss dieser Art.
    Ausserdem sollte eine flache und stets gefüllte Wasserschale nicht fehlen.


    Bei der Dekoration des Beckens sind dem Halter so gut wie keine Grenzen gesetzt. Neben Steinen und Hölzern können auch echte Pflanzen mit in das Becken gepflanzt werden. Die sehen nicht nur schön aus sondern helfen auch die benötigte Luftfeutigkeit zu halten. Hier eignen sich z.B Efeu, Orchideen oder andere kleinere tropische Pflanzen.


    Heterometrus petersii mögen Temperaturen zwischen 28-31 C° am Tag mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von 70-85%. Nachts sollte die Temperatur zwischen 18 und 20C° betragen.
    Durch ihre versteckte Lebensweise sind Skorpione allgemein nicht auf besondere Beleuchtung angewiesen. Also können zur Beleuchtung handelsübliche Glühbirnen oder Halogenspots mit ausreichender Wattzahl gewählt werden. Zur Beobachtung in der Nacht benutze ich rote LED Streifen. Diese stören die Tiere nicht, da sie rotes Licht nicht wahrnehmen können.


    Die Fütterung der Tiere erfolgt nach Bedarf bis zu 2 mal in der Woche. H.petersii fressen alle Insekten die in etwa ihrer Körpergröße entsprechen.
    Eine Tatsache die vor allem Anfängern in der Skorpionhaltung Sorge bereiten kann ist die, dass die Tiere auch viele Monate anhaltende Futterpausen einlegen können. Trotzdem sollte ab und an ein Futtertier gereicht werden und falls es in 2 Tagen nicht verzehrt sein sollte wieder entfernt werden.


    Verhalten:


    Das Verhalten der Tiere kann als allgemein friedfertig und ruhig angesehen werden und ziehen die Flucht dem Angriff vor. Meist benutzen sie ihre mächtigen Scheren um sich zu wehren. Der Stachel kommt selten und nur bei massiver Bedrohung zum Einsatz.
    Meine Tiere verstecken sich sofort wenn ich die Tür vom Terrarium öffne um etwa Futterreste o.ä. zu entfernen. Selbst beim umsetzen der Tiere versucht H.petersii die Zange zuerst mit seinen Scheren von sich fern zu halten.



    Männchen beim Trinken


    Trotzdem sollte zum Wohl der Tiere der Kontakt auf ein Minimum reduziert werden. Genau so sollte das Tier nie mit der bloßen Hand, sondern nur mit der Zange aufgehoben oder berührt werden.


    H.petersii ist eine soziale Art und kann meist Problemlos als Pärchen oder größeren Gruppen gehalten werden. Manchmal kann man sogar beobachten wie mehrere Tiere in der gleichen Höhle sitzen.
    Bei der Gruppenhaltung muss auf genügend Versteckmöglichkeiten geachtet werden. Diese sollten mehr sein wie Tiere im Terrarium.
    Trotz alle dem kann es auch zu Unverträglichkeit vereinzelter Tiere kommen die dann Unruhe in der gesamten Gruppe auslösen können. Diese sollten umgehend aus dem Becken entfernt werden um Verletzungen oder Kannibalismus zu vermeiden.


    Dazu ist zu sagen das H.petersii nachtaktive Tiere sind die sich selten zeigen. Wenn dann kann man sie meistens beobachten wie sie lauernd am Höhleneingang auf Beute warten.
    Ab und an sind sie auch ausserhalb ihrer Wohnhölen anzutreffen. Vor allem bei Wetterumschwüngen sind sie aufgeregt im Terrarium unterwegs.


    Fortpflanzung:


    Wie die meisten Skorpione vollführen auch H.petersii einen Paarungstanz, auf den ich hier jetzt nicht tiefer eingehen möchte.


    Nach erfolgreicher Paarung kann es bis zu 2 Jahren dauern bis der Nachwuchs geboren wird.
    Nach der Geburt klettern die kleinen Skorpione auf den Rücken der Mutter bis sie sich das 1. mal häuten. Danach sind sie komplett selbständig und verlassen den Rücken der Mutter.



    Mutter mit Jungtieren


    Die kleinen Skorpione werden dann einzeln oder in kleinen Gruppen in HD's aufgezogen um Häutungskanibalismuss zu vermeiden. Gefüttert wird bei mir 2-3 mal pro Woche mit kleinen Heimchen.
    Gehalten werden sie etwas kühler und Feuchter als adulte Tiere. Die Zeiträume zwischen den Häutungen betragen meist mehrere Monate.


    Schlusswort und Persönlicher Kommentar:


    Skorpione der Gattung Heterometrus werden oft als das Asiatische Pendent des Pandinus Imperator bezeichnet.
    Sie ähneln sich sehr im Verhalten und im Aussehen so das es sie als Alternative sehr attraktiv macht. Sie werden auch oft als Anfängerskorpion bezeichnet.
    Meine persönliche Meinung ist, dass dieser Skorpion sich natürlich sehr gut für einen Anfänger eignet, wird aber vielleicht anderen schnell langweilig durch ihre versteckte Lebensweise.
    Doch durch ihrer Größe und ihrem Aussehen sind es dennoch sehr schöne und Interessante Tiere.



    Quellen:
    Die Angaben in diesem Haltungsbericht stammen überwiegend aus eigener Erfahrung und der Seite skorpione.de



    Für Verbesserungsvorschläge und Bildmaterial wäre ich natürlich sehr Dankbar