Hottentotta jayakari (Pocock, 1895)

  • Familie: Buthidae (C.L. Koch, 1837)
    Gattung: Hottentotta (Birula, 1908)
    Art: (Hottentotta) jayakari (Pocock, 1895)
    Trivialname: ---
    Unterarten: ---



    Größe: Angaben reichen von 65mm bis 90mm (zählt zu den mittelgroßen Skorpionen)


    Herkunft: Asien (Vereinigte Arabische Emirate, Oman, Jemen, Saudi-Arabien, Iran)



    Äußere Merkmale:
    Hottentotta jayakari ist eine große und optisch auffällige Hottentotta – Art. Sie weist eine schwarze Grundfärbung am Prosoma auf. Das Mesosoma ist dunkelbraun bis schwarz gefärbt, weist jedoch stellenweise hellere Areale auf. Das letzte Mesosomasegment sowie die Metasomasegmente I und II sind gelbbraun gehalten. Die Metasomasegmente III bis V sind schwarz gefärbt, das Telson schimmert rötlich –schwarz. Die Pedipalpen sowie die Patella sind einheitlich schwarz gefärbt, die Chela schimmert apikal rötlich. Er gehört zu den mittelgroßen Skorpionen und verfügt über dünne Pedipalpen sowie ein mittelstark ausgeprägtes Metasoma (im Vergleich zu den Pedipalpen).


    Haltung:
    Aus dem Klimadiagramm der Herkunft abgeleitet bietet sich eine aride Haltung, Halbwüste bis Steppe, mit einer Tagestemperatur von 28°C bis 32°C, lokal auch 35°C, an. Nachts ist eine Abkühlung auf normale Zimmertemperatur, etwa 20°C, empfehlenswert. Eine Trinkschale, mit frischem Wasser gefüllt, sollte einmal wöchentlich angeboten werden. Eine Luftfeuchtigkeit von ca. 30% wird erreicht, in dem man den Bereich um die Trinkschale alle 2 Wochen leicht anfeuchtet. Sprühen reicht bei dieser Art einmal im Monat. Eine trockene Überwinterung (Luftfeuchtigkeit um die 30%) bei 14°C bis 18°C soll der Paarungsbereitschaft zuträglich sein. Diese sollte einen zeitlichen Rahmen von 2 bis 3 Monaten nicht übersteigen. Auf eine höhere Lebenserwartung durch Überwinterung liegen mir keine belegbaren Erkenntnisse vor.


    Das Terrarium sollte eine Grundfläche von mindestens 30x20cm für diese mittelgroße Art aufweisen. Für eine Paarhaltung, welche übrigens möglich ist, sollte jedoch mindestens ein Platzangebot von 30x30cm sowie genügend Versteckmöglichkeiten zur Verfügung gestellt werden. Da es sich bei Hottentotta jayakari um keine grabende Art handelt, welche zum Großteil in offenem, stark isoliertem Gelände angetroffen wird, kann der Bodengrund aus einem Sand – Lehm – Gemisch bestehen, welches ca. 5cm bis 10cm hoch, leicht feucht, in das Terrarium gegeben werden sollte. Nach dem Austrocknen des Bodengrundes sollte dieser hart werden, aber dennoch grabfähig bleiben und so die Möglichkeit für das Anlegen einer Wohnmulde bieten. Wohnröhren werden eher selten angelegt. Neben der Option Sand – Lehm – Gemisch kann aber auch eine trockene, grabfähige Mischung aus 20% Lehm, 30% grober Sand, 40% feiner Sand sowie 10% Kies als Substrat verwendet werden. Als Einrichtung bieten sich neben Steinen, Wurzeln und Hölzer, auch Kork- und Rindenstücke an. Dadurch kann die Lauffläche im begrenzten Terrarium zusätzlich vergrößert werden. Hottentotta jayakari neigt zu einer engen Wohnmulde mit Rückenkontakt.


    Geschlechtsunterschiede und Paarung:
    Bei Hottentotta jayakari handelt es sich um eine eher sehr gut erforschte Art. Dadurch gibt es natürlich sehr viele Erkenntnisse zur Auseinanderhaltung der Geschlechter. Die Breite der Chela und Pedipalpen sowie die Länge der Metasomasegmente sind in beiden Geschlechter gleich ausgeprägt. Der Scherenfinger ist beim Männchen etwas gewundener ausgeprägt als beim Weibchen und weist eine markante Kerbe im Adultstatus auf. Männchen weisen 37 – 42 Kammzähne auf, wobei die Kammzähne sich beim Weibchen auf 32 – 35 beschränken. Männchen bleiben deutlich in Größe und Körperumfang im Vergleich mit den Weibchen zurück (siehe Bilder weiter unten).



    Aufgrund des nur leicht eingeschränkten Sozialverhaltens und der Möglichkeit der Paarhaltung stellt sich die Zucht der Art als relativ einfach dar. Die Nachzuchten, meist zwischen 25 und 30 Jungskorpione pro Wurf, sollten bis zur Adulthäutung einzeln aufgezogen werden. Somit kann man Ausfällen durch eventuell auftretenden Kannibalismus bei Häutungen vorbeugen. Bei Bereitstellung von genügend Raum und Versteckmöglichkeiten kann man sie aber auch in Gruppen aufziehen. Haltungsbedingungen können wie bei adulten Tieren der Art beschrieben werden. Auf eine Wasserschale sollte man jedoch aufgrund der Gefahr des Ertrinkens verzichten und lediglich einen Teilbereich inklusive der Wand wöchentlich leicht besprühen. Dieser Abschnitt wird als Trinkgelegenheit genutzt und verhindert die Dehydration der Jungskorpione. Auch ein leicht angefeuchtetes Zellstofftuch kann hier zusätzlich zum Einsatz kommen. Fütterung einmal wöchentlich mit Futter in Körpergröße ist angemessen. Das Jagdverhalten bei Jungtieren ist nach meinen Beobachtungen sehr stark ausgeprägt.




    Verhalten:
    Hottentotta jayakari sucht sofort nach dem Einsetzen in das Terrarium nach einem festen Gegenstand und versteckt sich dort bis zur Dämmerung. In der Dämmerung streift er durch sein Terrarium und sucht sich den bestgeeignetsten Platz für seine Wohnmulde aus, welche auch sofort angelegt wird. Futterpausen werden saisonal, natürlich auch abhängig von den Haltungsbedingungen, eingelegt. Bei der Erbeutung wird meist der Giftstachel eingesetzt.


    Hottentotta jayakari ist ein sehr schneller Zeitgenosse, der auf Störungen nervös reagiert und stets Fluchtverhalten aufzeigt. In eine Ecke gedrängt verfällt er sofort in Drohposition, gespreizte Scheren und erhobenes Metasoma, und setzt, wenn notwendig, auch seinen Stachel ein. Es ist beim Umgang mit dem Tier größte Vorsicht angebracht!



    Futter:
    Als Futter werden Heuschrecken, Steppengrillen, Grillen, Heimchen, Schaben sowie Mehlwürmer bis Körpergröße angenommen. Hottentotta jayakari stellt nach meinen Beobachtungen somit keine besonderen Ansprüche an sein Futter.


    Giftigkeit:
    Hottentotta jayakari verfügt über ein sehr schmerzhaftes, basisches neurotoxisches Peptid mit einem mir nicht bekannten LD50 – Wert, welches bei einem gesunden, erwachsenen Menschen zu Herzkreislaufproblemen führen kann. Beim Umgang mit dieser schnellen Art sollte die notwendige Sorgfalt an den Tag gelegt werden. Innerhalb des 5 – Stufen Giftmodells reiht das Neurotoxin Hottentotta jayakari im Bereich um die 3,5 ein.


    Trotz Fluchtverhaltens bei Störung ist Hottentotta jayakari meiner Meinung nach nur demverantwortungsbewussten, fortgeschrittenen Skorpionhalter zu empfehlen.


    Anmerkung:
    Quellen für den Haltungsbericht sind, neben dem Buch von Martin Watz – Skorpione im Terrarium – Mit Stachel und Scheren, die Hottentotta Revision von Kovařík aus dem Jahre 2007 (http://www.science.marshall.ed…rpius/p2007_58%20full.pdf) Dokumentenseite 37ff, eigene Erfahrungen, gemacht über 2,5 Jahre, anhand einer WF Dame sowie eines jetzt juvenilen Pärchens aus dem Wurf dieser WF Dame.


    Hinweis:
    Der hier dargebotene Haltungsbericht ist mein Gedankengut. Einbezogene Quellen wurden gekennzeichnet, Zitate nicht verwendet. Unerlaubte Vervielfältigung sowie Kopieren von Passagen ist hiermit untersagt bzw. bedarf Rücksprache. Danke für das Verständnis.