Centruroides elegans (Thorell, 1876)

  • Centruroides elegans (Thorell, 1876)


    Stamm: Gliederfüßer (Arthropoda)
    Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
    Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
    Ordnung: Skorpione (Scorpiones)
    Familie: Buthidae
    Trivialname: /
    Unterarten:Centruroides elegans edentulus


    Herkunft und Vorkommen:


    Centruroides elegans ist in Mexico in den folgenden Bundesstaaten anzutreffen: Guerrero, Jalisco, Nayarit, Michoacán, Oaxaca, Sinaloa.



    Frisch ins Adultstadium gehäutetes Männchen


    Unterscheidung Männchen – Weibchen:


    Centruroides elegans kann wie alle anderen Centruroides Arten per Metasoma bestimmt werden. Die Männchen haben deutlich längere Metasoma – Segmente als die Weibchen.
    Bei Centruroides elegans ist dies speziell ausgeprägt.
    Ausserdem ist beim Männchen eine kleine Ausbuchtung auf dem beweglichen Scherenfinger:



    Theoretisch könnte man sie auch über die Kammzähneanzahl bestimmen, dies ist aber sinnlos und darum werde ich das auch nicht näher erläutern.



    Giftigkeit und Verhalten:


    Die Giftigkeit von Centruroides elegans ist mit einem LD50 – Wert von 1,46mg/kg als sehr hoch einzustufen. Ein Stich dieser Skorpione verursacht Schmerz, der von einem Tag bis zwei Wochen anhalten kann. Ausserdem können folgende Symptome auftreten:


    Jucken Rötung & Schwellung verwaschener Sprache
    Brennen Übelkeit Erbrechen
    Parästhesien Schwitzen Unruhe


    ... und einige mehr. Selten kann ein Stich sogar zu einem Lungenödem führen.
    Das Verhalten dieser Skorpionart ist nicht so aggressiv. Trotzdem sind Centruroides elegans jährlich für viele Todesfälle in Mexiko verantwortlich.
    Diese Mexikanischen Skorpione gehören zu den giftigsten Vertretern der Centruroides Gattung.


    Haltung:


    Ein Pärchen Centruroides elegans wird in einem Terrarium mit der Mindestmasse 30*30*30 untergebracht. Dieses Terrarium sollte mit viel Rinden ausgekleidet sein. Mindestens eine sollte in der Nähe der Lampe sein, damit sich die trächtigen Weibchen sonnen können.
    Es sollte konstant eine Temperatur von 30°C herrschen und ein Erde-Sand Gemisch als Substrat verwendet werden.
    Eine Wasserschale ist nicht zwingend notwendig, kann aber eingesetzt werden. Wichtig dabei ist, dass die Skorpione sicher nicht ertrinken können.


    Bei einem Falltürterrarium ist es empfehlenswert, eine kleine Scheibe (Aus Plexiglas oder echtem Glas) vor der eigentlichen Terrariumsscheibe einzubauen. Dies verhindert ein schneller Ausbruch aus dem Terrarium, während man im Terrarium hantiert:



    Zucht und Paarung:


    Die Paarung dieser Centruroides Art läuft gleich wie bei allen Skorpionen ab.
    Das Weibchen sendet seine Duftstoffe (Pheromone) aus, um das Männchen anzulocken. Sobald das Männchen die Duftstoffe aufgenommen hat, fängt es an zu zittern und läuft in Richtung Weibchen. Meistens beginnt dann die Paarung. Manchmal weigern sich trächtige Weibchen, zu paaren.



    Das Männchen packt das Weibchen an seinen Scheren und reisst es aus dem Versteck.
    Nach einer gewissen Zeit sucht das Männchen einen geeigneten Ablageplatz für die Spermatophore. Sobald es einen geeigneten Platz (meistens ein Stein oder eine Rinde) mit den Kammzähnen ertastet hat, legt es die Spermatophore ab, und zieht das Weichen darüber.
    Sobald das Weibchen die Spermatophore aufgenommen hat, trennen sich die Skorpione.



    Die Spermatophore von Centruroides elegans


    Nach einer Tragzeit von drei bis fünf Monaten, wirft das Weibchen. Die Wurfgrösse beträgt durchschnittlich um die 40 Stück. Jedoch hängt das auch vom Futterangebot ab. Wenn man die Tiere wenig füttert, kann man die Jungtieranzahl bis zur Hälfte verringern.
    Ein Weibchen kann nach einer Verpaarung mehrere Male werfen. Somit ist die Gefahr gross, dass man zu viele Jungtiere hat.
    Leider sind die Centruroides elegans nicht so beliebte Terrarientiere.



    Weibchen mit 40 Jungtieren


    Nach einer Woche häuten sich die Tiere dann ins 2.instar. Hier ist zu beachten, dass sie nicht zu trocken gehalten werden, da es sonst zu Dehydrierung der Jungtiere kommen kann.



    Mutter mit 2.instar Jungtieren


    Aufzucht der Jungtiere:


    Die Aufzucht von Centruroides elegans Jungtieren erweist sich als problemlos. Die Tiere können in Gruppen gehalten werden, wenn jedoch kein Futter da ist, oder sich die Tiere häuten, kommt es zu Kannibalismus.
    Eine Einzelaufzucht gestaltet sich aber als sehr Zeitaufwendig, da die Tiere grosse Würfe machen.
    Als Substrat wird ein Erde – Sand Gemisch verwendet und Rinden werden als Verstecke angeboten. Einmal pro Woche befeuchtet man eine Ecke mit Wasser und füttert die Tiere.
    Die Temperaturen sollten die ganze Zeit um die 30°C warm sein.
    Als Futter eignen sich am besten Heimchen, wobei man auch tote, zerdrückte Heimchen einer Gruppe als Futter geben kann.



    Frisch ins 3.instar gehäutetes Jungtier


    Persönlicher Kommentar:


    Centruroides elegans gehört meiner Meinung nach nur in die Hand erfahrener Skorpionhalter.
    Diese Skorpionart sollte jedoch trotz seiner Giftigkeit in keiner Sammlung eines Centruroides Fans fehlen, da sie unter anderem sehr schön gezeichnet sind.
    Man wird schnell mit viel Nachzuchten beschenkt und es ist alles in allem eine sehr dankbare Skorpionart. Ausserdem erfordern sie wie fast jede Skorpionart sehr wenig an Pflege.


    Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Bericht neugierig auf die Haltung und Zucht dieser sehr schönen Skorpionart machen.


    Quellen:


    Skorpione – Mexiko-Lexikon
    Giftigkeit Centruroides elegans


    Eigenes Wissen und sehr positive Erfahrung mit der Zucht dieser Art.