Centruroides balsasensis (Ponce & Francke, 2004)

  • Centruroides balsasensis (Ponce & Francke, 2004)


    Familie: Buthidae
    Trivialname: /
    Verbreitung: Mexico


    Aussehen:
    Centruroides balsasensis ist ein sehr schön gezeichneter Skorpion. Besonders in der juvenilen Phase ist die Zeichnung sehr schön ausgeprägt.
    Dieser Skorpion ist gelb gefärbt und auf dem Rücken sind mehrere kleine, schwarze Streifen zu sehen. Das Telson ist gelb. Das Prosoma weist eine sehr schöne Granulierung auf.
    Adulte Tiere können eine Grösse von 4 - 5cm erreichen.



    adultes Männchen


    Geschlechtsbestimmung:
    Wie alle Centruroides Arten kann man das Geschlecht von Centruroides balsasensis bestimmen, indem man die Länge der Metasomasegmente vergleicht:



    Haltung:
    Die Haltung der Tiere ist sehr einfach und man kann schnell mit Nachzucht rechnen. Das Platzangebot für diese Tiere muss nicht gross sein. Für ein Pärchen würde ein 20*20*20 Terrarium reichen. Da Centruroides balsasensis wie jede Centruroides Art sehr gerne klettert, muss das Terrarium mit sehr vielen Rinden ausgestattet sein. Begrüsst wird von den Weibchen, wenn ein paar Rinden unmittelbar neben der Lampe stehen. Wenn sie trächtig sind, sitzen sie manchmal den ganzen Tag darauf und sonnen sich.
    Gefüttert wird einmal in der Woche. Die Weibchen fressen häufig (vor allem wenn die trächtig sind), wobei die Männchen eher selten fressen.
    Da diese Skorpione semiarid zu halten sind, muss mindestens einmal pro Woche eine Ecke befeuchtet werden. Eine Wasserschale ist ausserdem empfehlenswert, aber nicht zwingend notwendig.
    Als Bodensubstrat wird ein Sand - Erde Gemisch verwendet. Ausserdem ist es empfehlenswert, eine Stelle nur mit Erde zu gestalten, welche man dann auch befeuchtet. So wird die Feuchtigkeit länger gespeichert.


    Verhalten:
    Centruroides balsasensis können problemlos in grossen Gruppen gehalten werden, da sie sehr sozial sind. Wir hatten bei adulten Tieren noch nie Ausfälle wegen Kannibalismus.
    Beim öffnen des Terrariums muss man jedoch sehr aufpassen, da die Skorpione extrem nervös sein können.
    Diese Skorpione sind sehr aktiv und man kann sie eigentlich jede Nacht beobachten. Die trächtigen Weibchen sieht man am Tag eigentlich immer, da sie sich an der Lampe sonnen.


    Giftigkeit:
    Über die Giftigkeit von Centruroides balsasensis legen mir keine Informationen vor. Da diese Art jedoch von Mexiko kommt und es dort viele giftige Skorpione gibt (z.B. Centruroides elegans), sollte immer sehr vorsichtig mit solchen Centruroiden umgehen.


    Zucht und Aufzucht:
    Die Paarung stellt kein Problem dar. Wenn sie zusammengehalten werden, paaren sich die Böcke mehrmals mit den Weibern, sogar wenn sie hochträchtig sind.


    Am Schluss der Paarung setzt der Bock seine Spermatophore ab:



    Die Tragzeit beträgt 3-5 Monate. Die Wurfgrösse beträgt 10-20 Stück.



    Weibchen mit 20 Jungtieren



    Weibchen mit einem eher kleinen Wurf



    Detailansicht der Jungtiere


    Die Weibchen paaren sich meistens unmittelbar nach dem Wurf wieder:



    Nach ca. einer Woche häuten sich die Skorplinge ins 2.instar. Hier ist zu beachten, dass sie nicht zu heiss gehalten werden und genug Feuchtigkeit angeboten wird. Ansonsten kann es zu Dehydrierungen kommen:



    Dehydriertes Jungtier



    Weibchen mit 2.instar Jungtieren


    Die 2.instar Skorplinge sind sehr klein (ca. 5mm). Etwa 1 Woche nach der Häutung beginnen die kleinen zu fressen. Sie müssen aufgrund der kleinen Grösse mit Mikro oder kleinen Grillen gefüttert werden.



    Aggregation von 2.instar Skorplingen



    3.instar Jungtier mit erbeutetem Heimchen


    Die Haltung ist die gleiche wie bei den adulten Tieren, es muss aber sichergestellt werden dass mindestens einmal pro Woche Wasser gegeben wird, da die kleinen sonst austrocknen könnten.


    Wenn die Temperatur 30-31°C beträgt, wachsen die Jungen sehr schnell, und eine Häutung pro Monat ist möglich. Vom 2. zum 3.instar machen die Tiere eine extreme Farbveränderung durch. Siehe Bilder oben.


    Böcke sind ab dem 6.instar adult, Weibchen machen noch eine Häutung mehr. Wenn sie schnell wachsen, können sie also schon in einem halben Jahr adult werden.




    Adulthäutung eines Bockes


    Gruppenaufzucht stellt kein Problem dar, so lange sie regelmässig gefüttert werden, genug Platz angeboten wird und genug Verstecke da sind. Wenn das Futter knapp ist und speziell wenn sich ein Tier zu häuten versucht, besteht doch die Gefahr von Kannibalismus. Ich hatte aber keine Probleme mit der Aufzucht von grossen Gruppen, so lange sie genug Futter hatten.


    Ich hoffe, dass euch dieser Bericht diese wunderschöne Art näher gebracht hat.


    Dieser Bericht beruht allein auf unseren sehr positiven Erfahrungen mit der Zucht und Haltung dieser Art.


    Ich würde mich über Ergänzungen, Kritik und Verbesserungen freuen.