Vaejovis spinigerus (Wood, 1863)

  • Vaejovis spinigerus (Wood, 1863)


    Stamm: Gliederfüsser (Arthropoda)
    Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
    Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
    Ordnung: Skorpione (Scorpiones)
    Familie: Vaejovidae (Thorell, 1876)
    Gattung: Vaejovis
    Art: spinigerus
    Lebenserwartung: 4 - 6 Jahre


    Herkunft und Vorkommen
    Vaejovis spinigerus kommt hauptsächlich in Mexico (Sonora-Wüste), Nord- und Mittelamerika (Arizona, Kalifornien, Nevada, Utah, New Mexico) vor.


    Habitat von Vaejovis spinigerus (Sonara-Desert, Mexico)


    Grösse und Aussehen
    Normalerweise werden die Skorpione etwa 5 – 6 cm gross.
    Ausgewachsene Weibchen können auch schon mal bis zu 7cm gross werden.
    Die Grundfärbung besteht aus einem dunklen Gelb das bis ins goldbraun übergeht.


    0.1 Vaejovis spinigerus, adult


    Geschlechtsunterschiede
    Vaejovis spinigerus lassen sich zumeist durch die Anzahl der Kammzähne bestimmen.
    Ausgewachsene Weibchen sind grösser und kräftiger gebaut als Männchen, und haben zudem ein dickeres Metasoma.
    Kammzähneanzahl Weibchen: 16 - 22
    Kammzähneanzahl Männchen: 22 - 27


    Haltungsbedingungen
    Grundsätzlich kann man sagen dass Vaejovis spinigerus ein sozialer Skorpion ist den man gut in Gruppen oder paarweise halten kann.
    Kannnibalismus konnte ich bei meiner Gruppe (0.2.0) nicht beobachten, die 2 Weiber haben sich sogar das Fressen geteilt.
    Für ein Päärchen Vaejovis spinigerus reicht ein Terrarium mit einer Grundfläche von 25 x 25cm.
    Für eine Gruppe von 1.2 empfehle ich ein Terrarium mit den Massen 40x25x25cm.
    Ebenfalls ist eine Rückwand im Terrarium von Vorteil da die Vaejovis spinigerus sehr gerne klettern.
    Als Bodengrund verwende ich ein Sand-, Lehm-, Erdegemisch dass ca. 5 – 7cm tief sein sollte.
    Da Vaejovis spinigerus keine unterirdische Gänge anlegt sondern nur kleinere Mulden unter Rinden oder Steinen gräbt muss der Bodengrund nicht grabfähig sein.
    Als Einrichtung des Terrariums verwendet man Kork- oder Rindenstücke, trockene Äste, flache Steine, getrocknetes Gras, usw.
    Eine flache Wasserschale die man einmal alle zwei Wochen befüllt gehört ebenfalls dazu.
    Die Tagestemperatur sollte 28°C - 33°C betragen und kann lokal bis auf ca. 35°C ansteigen.
    Die Nachtemperatur sollte auf Zimmertemperatur sinken (ca.21°C).
    Die Luftfeuchtigkeit sollte am Tag um die 35 - 40 % betragen und kann in der Nacht bis max.60% ansteigen.


    Paarung und Nachwuchs
    Nach der Verpaarung bringt das Weibchen nach einer Tragzeit von 8 - 12 Monaten
    12 - 76 Jungtiere zur Welt, jedoch kann der Wurf auch grösser sein (mein Wurf hatte 81 Jungtiere).
    Die Geburt erstreckt sich über 6 – 8 Stunden und verläuft in der Regel problemlos, keinesfalls darf man das Weibchen beim Gebären stören.
    Die Jungtiere sitzen nach der Geburt auf dem Rücken der Mutter wo sie sich nach 9 - 19 Tagen ins 2.Instar häuten und dann die Mutter verlassen.
    Ab der ersten Häutung sind die Kleinen auf sich alleine gestellt und fressen auch schon selbstständig.
    Als Erstfutter gebe ich Ofenfischchen die sehr gerne angenommen werden.
    Gefüttert werden die Jungtiere zweimal pro Woche und einmal wöchentlich befeuchte ich eine Ecke der Aufzuchtdose mit Wasser.
    Die Jungtiere werden bei mir einzeln aufgezogen um Kannibalismus vorzubeugen der bei Jungtieren oft vorkommt.
    Die Aufzucht an sich gestaltet sich einfach, ich halte die Jungtiere bei einer Temperatur von ca.29°C tagsüber und nachts beträgt die Temperatur um die 20°C.


    0.1 Vaejovis spinigerus mit 1.Instar Jungtieren (81 Stk.)


    Wachstum
    Anzahl der Häutungen bis erreichen des Adultstadiums:
    Weibchen: 7 (ev. 8 )
    Männchen: 7
    Dauer bis zum erreichen des Adultstadiums:
    20 - 27 Monate


    Verhalten und Giftigkeit
    Das Gift von Vaejovis spinigerus ist eher als schwach zu bezeichnen.
    Als Symptome werden Rötungen und Schwellung der Stichstelle beschrieben die 10 - 25min. andauern können, die Schmerzdauer kann variieren von Mensch zu Mensch.
    LD50-Wert: 5.87 Mg / Kg
    Vaejovis spinigerus ist ein sehr schneller, flinker und nervöser Skorpion der meistens nicht zurückweicht wenn man ihn in seinem Terrarium stört.
    Deshalb ist trotz seiner geringen Giftigkeit Vorsicht geboten im Umgang mit dem Tier.


    Meine persönliche Meinung
    Vaejovis spinigerus ist für mich einer der faszinierendsten Arten.
    Durch sein schönes Aussehen und seiner eher kleinen Grösse eignet er sich auch für Anfänger in der Skorpionhaltung bestens.
    Die Zucht gestaltet sich ebenfalls eher einfach und die Jungen sind sehr robust, ich hatte von meinen 81 Jungtieren keinen einzigen Ausfall zu beklagen.


    Quellen
    eigene Erfahrungen
    SOTM series: First installment for June 2007: Update to Vaejovis spinigerus (Wood, 1863) - The Venom List - For All Things Venomous!


    © by Stibe