Babycurus jacksoni (Pocock, 1890) [tox]

  • Babycurus jacksoni:


    Diese Art verfügt über ein, für den gesunden, erwachsenen Menschen (kein Allergiker), durchaus gefährliches, reines Betatoxin. Direkte, reine Toxine gegen Säuger konnten nicht nachgewiesen werden. Die nachgewiesenen bzw. extrahierten Toxine aus dem Telson des Tieres Namens BT-I wirken ausschließlich gegen Insekten und Schaben, zeigen aber durchaus auch Wirkung bei Säugern. Die gegen Schaben wirkenden Bestandteile des Toxins binden den Hauptneurit (Hauptaxon) der Schabe. Dieser wiederum blockiert stufenweise die Aktionspotenziale und ruft nach kurzer Zeit, in einer periodischen Wiederholung wiederkehrend, leichtes Muskelzucken sowie unkontrollierbares Ansprechverhalten hervor. Experimente zeigten eine natriumabhängige, stufenweise Herabsetzung von Kanalöffnungen, welche langsam abklingende Symptome mit sich führen.


    Die gegen Insekten wirkenden Bestandteile des Toxins binden ebenso den Hauptneurit (Hauptaxon) des Insektes. Hier stellen sich allerdings abwechselnde Aktivitäten und Lähmungen der Natriumkanäle ein. Dies deutet darauf hin, dass das Toxin sowohl spannungsabhängige Natriumkanäle periodisch wiederkehrend öffnet und schließt. Diese elektro-physiologischen Effekte zeigen eine sehr starke Ähnlichkeit mit den Aktivitäten eines reinen Betatoxins in ihrer Wirkung auf Säuger.


    Babycurus jacksoni löst nach einem Stich einen starken Lokalschmerz sowie eine Stimulation der cholinergen Rezeptoren aus. Zu späterem Zeitpunkt werden durch Katecholaminfreisetzung adrenerge Rezeptoren stimuliert. Die systemische Giftwirkung findet zunächst in einer Form der Tachykardie, Hypertonie und Extrasystolen statt. In schweren Fällen reicht das Spektrum von Hypotonie bis Schock durch Erschöpfung der Katecholaminspeicher. Bradykardie, AV – Blockierungen sowie selten anfängliche Hypotonie sind durch cholinerge Giftwirkungen verursacht. Als vegetative, cholinerg verursachte Anfangssymptomatik finden sich oft Bronchial-, Nasen-, Speichel- und Tränenfluss sowie gastrointestinale Symptome wie Übelkeit mit Erbrechen. In Extremfällen kann es zu Hyperthermie bis über 41°C kommen. Aufgrund der möglichen schweren Symptomatik muss nach einem Stich unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Eine klinische Überwachung über einige Stunden ist unerlässlich. Eventuell auftretende, kardiologische Auswirkungen sind gut behandelbar. Wie bei allen anderen Skorpiongattungen auch, sollte der Halter über eine Tetanusprophylaxe verfügen. Somit beugt man dem Wundstarrkrampf und einer potentiellen Blutvergiftung, welche durchaus auch tödlich enden kann, vor.
    Für Babycurus jacksoni sind mir keine zuverlässigen LD50 – Werte bekannt.

  • Pandemonium

    Hat den Titel des Themas von „Babycurus jacksoni:“ zu „Babycurus jacksoni (Pocock, 1890) [tox]“ geändert.