Odonturus sp. / Bestimmung, Haltung, Zucht

  • Haltung von Odonturus sp. Karsch, 1879



    Systematik, Aussehen und Beschreibung:
    Odonturus Karsch, 1879 ist eine Monotypische Gattung und gehört zur Familie Buthidae Koch, 1837. Die einzige Art dieser Gattung ist derzeit Odonturus dentatus Karsch, 1879. Allerdings kann nicht ausgeschlossen werden, dass weitere Tiere dieser Gattung existieren. Auf den ersten Blick ähneln Odonturus dentatus den 1890 von Pocock beschriebenen Babycurus jacksoni.
    Am einfachsten kann man feststellen, welche Gattung man vor sich hat, wenn man die Tibia-Spuren sucht. Bei Babycurus Karsch, 1886 befindet sich nur an Beinpaar IV eine Tibia-Spur. Bei Odonturus Karsch, 1879 ist diese jedoch an Beinpaar III und IV vorhanden.
    Auch ist der bei beiden Gattungen auftretende Subakulearstachel (Doppelstachel) ist bei Odonturus sp. wesentlich größer als bei Babycurus sp. und ist DAS Sofortunterscheidungsmerkmal beider Gattungen zu Hottentotta sp., da diese Gattung keinen Subaculearstachel aufweist.
    Odonturus sp. / Odonturus dentatus ist ist ein überwiegend rotbräunlicher Skorpion, dessen Pedipalpenspitzen und Chelizeren dunkelbraun gefärbt ist. Der sogenannte "Chocolate Morph" hat ein dunkleres Farbbild, das wie es der Name schon sagt eher ins dunkelbraune geht.
    Bis auf die beschriebene Tibia-Spur an Beinpaar III stiftet eine rein äußere Ähnlichkeit mit Babycurus jacksoni immer noch zu großer Verwirrung. In wie weit beide Gattungen / Arten miteinander verwand sind, ist noch unklar.



    Herkunft:
    Odonturus sp. findet mit der bislang einzig beschriebenen Art sein Hauptverbreitungsgebiet im nördlichen und östlichen Afrika. Weitere Populationen sind nicht bekannt.



    Geschlechtsbestimmung:
    Der am besten sichtbare Geschlechtsdimorphismus (Geschlechtsunterschied) ist die beim männlichen Tier im Gegensatz zum weiblichen die verdickte Pedipalpen-(Scheren-)Wurzel.
    (Weibchen links, Männchen rechts)
    Auch unterscheiden sich die Geschlechter an der Anzahl der Zähne der Pectine (Kammorgane). Weibliche Tiere weisen weniger Kammzähne auf als die Männlichen. Die Anzahl muss ich noch mal nachtragen, da sie mir im Moment nicht vorliegt.



    Haltung:
    Passend zum natürlichen Klima kann man Odonturus sp. bei Temperaturen von tagsüber maximal 32°C halten und nachts bei minimal 19°C halten.
    Der Boden sollte entweder aus Sand und Geröll bestehen, oder aber aus einem Erde-Sand oder Erde-Lehm gemisch. Ich halte meine Exemplare auf 50/50 Graberde/rotem Wüstensand. Der Bodengrund sollte immer leicht feucht sein und flache Steine als Verstecke aufweisen. Auch eine Wasserschale darf nicht fehlen.
    Odonturus sp. kann man, wenn man die Futterintervalle nicht zu groß werden lässt, prima in Gruppen halten.
    (vlnr. 0.1 + 0.1 + 1.0)
    Die Maße sollten bei einer kleinen Gruppe von etwa 3.3 Tieren bei 30x30x25 betragen. Der Bodengrund kann ruhig 3-6cm eingefüllt werden. Auch Klettermöglichkeiten können angeboten werden und werden auch genutzt.
    Um bei beschriebenem Terrarium die nötige Temperatur hinzubekommen reicht die Beleuchtung/Beheizung mit einer handelsüblichen E14 7Watt-Glühlampe.



    Vermehrung:
    Setzt man adulte (geschlechtsreife) Paare zusammen, kann man beobachten, dass das Männchen anfängt zu zucken, sobald es den Duft eines Weibchens wahrgenommen hat. Hat es das Weibchen gefunden, ergreift es dessen Pedipalpen (Scheren). Wie bei allen Skorpionen wird nun eine Art Hochzeitstanz ausgeführt, wobei das Männchen eine Spermatophore auf einer gltten Fläche absetzt und das Weibchen darüberzieht um es zu befruchten. Einen Paarungsstich konnte ich bei dieser Gattung noch nicht beobachten.
    Einige Monate später bringt das Weibchen 10-30 Jungtiere zur Welt, die wie bei den meisten Arten üblich einige Tage auf dem Rücken der Mutter reiten.
    Nach wenigen Tagen steigen sie ab und verstecken sich einzeln unter kleinen Steinen und ähnlichen Dingen.
    Scorpling InstarII
    Will man vermeiden, dass die Tiere zum Opfer von Kanibalismus fallen, sollte man trächtige Tiere vereinzeln und im Terrarium viele Verstecke für die Jungtiere vorbereiten.
    (trächtiges Weibchen)
    Bereits nach wenigen Monaten sind die kleinen Jungtiere, die man nach ihrer Selbständigkeit schnell vereinzeln sollte, um Kanibalismus vorzubeugen, zu Jungskorpionen mit einer für das geringe Alter stattlichen Größe herangewachsen.
    (Jungtier InstarIV)



    Aufzucht:
    Die kleinen Skorpione sollten einzeln in kleinen Gefäßen aufgezogen werden.
    Domizil von Scorplings bis Instar III, aktuell InstarII
    Die Temperaturen sollten 27°C nicht überschreiten um einer Dehydration vorzubeugen.
    Gefüttert werden die kleinen mittels Microheimchen oder Drosophila.

  • Leider keine konkreten Informationen.


    Ich persönlich würde das Toxin eines Buthidae nie unterschätzen. Es soll aber, soweit ich von einem Stichopfer gehört habe, nicht sonderlich heftig gewesen sein.
    Die Stichstelle, der Finger, war nur wenige Tage angeschwollen und errötet. Es hat anfangs gebrannt, der Schmerz verschwand aber nach einigen Stunden wieder.


    Allerdings kann man nicht sagen, wie viel Gift in die Wunde gelangt ist. Außerdem war es noch ein sehr junges / kleines Tier.



    Wie bei allen Gifttieren sage ich: "Lasst euch nicht stechen, es könnte böse enden...auch von einem Pandinus-Stich kann man sterben, wenn man Alergiker ist!"

  • Zitat von Deathwing


    Wie bei allen Gifttieren sage ich: "Lasst euch nicht stechen, es könnte böse enden...auch von einem Pandinus-Stich kann man sterben, wenn man Alergiker ist!"


    Hehe gute Aussage, ich glaube keiner macht das Freiwillig und ich bin Alergiker. :o


    Jedenfalls danke für die Antwort.