Beiträge von mrbuthidae

    Erstens halte ich es für einen Irrtum anzunehmen, ein Kaiserskorpion könne nicht gut genug klettern. (Der kann sehr wohl; im Internet gibt es mind. einen Clip von einem Pandinus der kopfüber am Deckel klettert.) Zweitens ist es ein Denkfehler, ein nachaktives Tier würde ein Tagaktives nicht stören - genau das ist nämlich ein wirkliches Problem! Tun werden sie sich wohl nichts, jedenfalls nicht aktiv. Aber bestimmt wird das Chamäleon später eingehen. (Den gleichen Effekt würde wohl auch ein kleiner, agiler Giftfrosch auslösen.) Wer weiß schon, wie oft der Skorpion das Chamäleon in der Praxis stört...
    Ein weiteres Manko ist, dass in einem für ein Chamäleon ausreichend großen Terrarium der Skorpion völlig unter geht, da dieser an sich schon sehr zurückgezogen lebt und selten zu entdecken ist. Damit ist die Kontrolle dahin, die bei Gifttieren so wichtig ist!
    Chamäleons sind völlig ungeeignet für Vergesellschaftungen, da sie auf den Anblick anderer "Leute" gestresst reagieren. Allein der optische Kontakt reicht dazu schon; selbst wenn man fest von einer räumlichen Divergenz ausginge. Das ist das Hauptproblem! Besser wäre ein Tokeh als Partner für den Kaiserskorpion geeignet.
    In einem 5m³-Terrarium kann man sehr wohl ein Jemenchamäleon mit einem Madagaskar Taggecko zusammenhalten, aber das wars dann schon. ...Dennoch: kreative Überlegung von dir!


    Grüße

    Ich hatte bis zu 3 Scorpio maurus fuscus im L/B/H:20x30x20cm-Terri untergebracht - ohne Probleme. Anfangs gabs etwas Hektik, die bald verschwand. So 3-6 Monate später gabs wieder aggressive Anzeichen, welche mich vorsichtigerweise sofort zur Trennung der Tiere veranlassten. Knapp einen Monat später wiederholte ich -und das mehrmals- das Zusammensetzen mit 2 oder 3 Exemplaren und gleichem Verlauf...
    Insgesamt waren meine Verluste demnach Null. Insgesamt eine weit bessere Bilanz als unter meinen Euscorpius! Nur Aufpassen sollte man, da nach einem Jahr dann ziemlich wahrscheinlich die Lebenserwartung zu Ende ist und einem "alten" Tier würde ich die Gemeinschaftshaltung nicht mehr zumuten.


    Leider schreibst du nicht, welche Art S.m. du im Visir hast; die Verhaltensunterschiede sind dabei anscheinend enorm und für die palmatus-Unterart kann ich gar keine Aussagen treffen. Doch unabhängig von der Größe deines Terris würde ich dir (im ersten Jahr) zu nicht mehr als 2 Tieren raten; wegen deiner Übersicht!


    LG


    Willkommen im Internet, wo du so ziemlich jede Meinung bestätigt findest, egal wie abwegig sie auch ist.
    Natürlich graben roseas, um der Hitze zu entgehen, aber auch um einen sicheren Rückzugsort zu haben. (btw. bin ich recht sicher, dass dein Terra wesentlich wärmer ist als meins es war, immerhin hast du ne lampe drin).
    Jaja, deine hat ja eine Korkröhre, höre ich dich jetzt schon sagen, aber das ist doch Mumpitz. Ein Ziel der Terraristik ist es nunmal, den Tieren so gut wie möglich die Bedingungen ihrer Herkunftsgebiete nachzustellen, damit sie ihr natürliches Verhaltensspektrum ausleben können. Bei roseas gehört dazu nunmal das anlegen einer Wohnhöhle.


    Da hat einer zu viele Bücher gelesen...
    Das Nachahmen der natürlichen Bedingungen ist nicht das Ziel der Terraristik, sondern die Grundvoraussetzung. Ziel ist die gesunde Haltung und Vermehrung.


    Es heißt das Grammostola, nicht die.
    Zur Beruhigung: Mein Grammostola rosea gräbt auch nicht! Selbst nicht bei einer ca. 15 cm hohen Bodenschicht. Dies entspricht dem normalen Habitus des G. rosea im Terrarium! Aber künstlich angelegte Höhlen werden benutzt: Dafür sollte man Lehmerde verwenden, die ungleichmäßig verteilt wird und aus großen Brocken besteht. Und dazu Kork oder eine Kunstwurzel. Das Verhalten in der freien Natur läßt sich hier bei dieser Art nicht so weitgehend auf das Terrarium anwenden wie das manch einer gern hätte.
    Die Temperatur ist so okay, sie sollte nicht über 28°C kommen. Pflanzen sind auch möglich. Prinzipiell reicht aber schon ein 20x30x20cm-Terri mit 5cm fast trockenem Kokoshumus und eine Wasserschale + Unterschlupf aus.


    Grüße

    Hallo
    Beide Arten, Pandinus smithi und gregoryi, sind vor einem Jahr fast parallel im Handel aufgetaucht (P. smithi war etwas früher da und minimal teurer). Beiden gemeinsam ist ihre innerartliche Unverträglichkeit. Daher sind sie für Gruppenhaltung im Terrarium nicht geeignet. Trächtige Weibchen wurden seinerzeit ebenfalls gefangen und verkauft. Ich würde von der Haltung beider Arten aus ökologischen Gründen zunächst absehen, bis die NZ gelingt. Ausgenommen, man beginnt sofort selbst mit Nachzuchtversuchen.
    Soweit ich es beurteilen konnte, waren die P. smithi zu ca. 2/3 an den Scheren gelb, während die P. gregoryi komplett gelbe Scheren hatten. Die (WF) smithi waren vielleicht etwas größer, häufiger trächtig, und ihr Farbübergang etwas "dreckiger". Die Grundfarbe ist beim smithi grünlich-schwarz und beim gregoryi bräunlich. Dennoch sind beide Arten leicht miteinander zu verwechseln!
    BTW: Ein Großhändler, der seine Tiere als P. gregoryi (smithi) ausgibt, ist noch völlig akzeptabel. Zumal bei dem Preis. In diesem sinne - nicht aufregen!


    LG

    In Gefangenschaft sind die Bedingungen ungünstiger und dort kommt Kannibalismus schlimmer zu tragen. In Freiheit haben Skorpione Vorteile wenn sie sich gegenseitig "dulden", weil sie auch in Gemeinschaft jagen oder bei Angriffen von außen das Risiko kollektiv getragen wird. Deshalb kennt man u.a. Pandinus imperator (Afrika), Heterometrus (Südostasien), und Tityus (Amerika) als recht gesellige "Einzelgänger".


    Grüße

    Hi bruthus und die anderen!


    Das sind Grenzfälle. Ein paarungswilliger Skorpion ohne Partner kann sich etwas "hyperaktiv" aufführen, ein Skorpion kurz vor der Häutung kann so träge wirken wie ein Altersschwacher -manchmal kostet die Häutung tatsächlich die letzte Lebenskraft- und bestimmte Wüstenskorpione stellen sich mit kerzengrade ausgestrecktem Schwanz gern "tot" bis sie angetippt werden. Das gehört zum normalen Repertoire und muss mit Erfahrung interpretiert werden.
    Die ähnlichen Auffälligkeiten von bloßen Verhaltensvarianten und Nervenschäden sind im letzteren Fall vielleicht noch mehr entropisch, d.h. sie muten irrationaler, uninstinktiver an... eine Abgrenzung zur fortgeschrittenen Degeneration durch Endoparasitenbefall ist demnach nur sicher anzustellen, wenn man die anderen beschriebenen Eigenarten bereits aus ihrem Zusammenhang aus eigener Beobachtung kennt. Im übrigen gehört eine Portion Sensitivität dazu, die sich nicht formal von Mensch auf Mensch übertragen läßt. Der Anfänger lernt oft den totkranken Skorpion zuerst kennen.
    Sollte ein Skorpion weder mit Stich noch mit (dezenter) Flucht oder "panischem Losrennen" auf Kontakt reagieren, sondern mit "Torkeln", dann sind elementare Funktionen des Nervensystems schon sehr stark geschädigt! Der Tod folgt dann immer sehr schnell, womit der eingehenderen Erforschung Grenzen gesetzt sind. Aber anstelle von Fotos könnte man schon Videoclips von mutmaßlich kranken Skorpionen anfertigen, zwecks besserer Veranschaulichung. C. gracilis gehören zu jenen Skorpionen, die mittels Metasoma ihren Rücken säubern.


    Grüße

    Hi;
    Die zwei lächerlichen Zeigerinstrumente würde ich gelegentlich mal wieder entfernen. Es besteht bloß die Gefahr, sich auf deren ablenkende, ungenaue Anzeige zu verlassen anstatt auf seine native Beobachtungsgabe und Intelligenz und sich dauerhaft von deren fast unerheblicher Funktion abhängig zu machen. Ein "Muss" nur für Anfänger; als "Krücke" noch für Fortgeschrittene...
    Der Boden sollte aus faseriger Erde, Sand, Kies oder Lehm bestehen. O. boehmei klettert auch und sucht die Nähe zu Pflanzen, vor allem ist er lichtscheu. Er jagt geschickt Fluginsekten und frisst eher selten. Nachts hat er nur relativ kurze agile Phasen. Dieser Skorpion wohnt tief in der Erde oder liegt unter sehr großen Brocken, nicht unter Schotter wie viele andere Skorpione. Viele kleinere Verstecke sind überflüssig! Die Paarhaltung dieser Art ist nicht möglich, aber die Vergesellschaftung mit kleinen Geckos -in geeigneten Terrarien- oder gleichgroßen Scorpio maurus geht gut.


    Soweit meine eigenen Beobachtungen.
    Beste Grüße

    Die Haut meines Grammostola rosea anzufassen, hat mich Überwindung gekostet. Es hatte aber einen wissenschaftlichen Zweck: in Wasser einweichen und aufspannen, zwecks Anschauung.
    Sehr eklig finde ich die langen Beine und den undefinierbar warzigen, popelähnlichen Körper eines Weberknechtes. Eine sehr junge, kleine Vogelspinne oder andere Spinne würde ich anfassen. Sobald dieser "Horrorfaktor Größe" hinzukommt nicht mehr. Die Proportionen spielen auch eine Rolle. Schnelles Zappeln, Anhänglichkeit wie Klammern, Herumschleichen oder ähnliche Bewegungen ekeln mich daran auch. Und die Haltung der Beine; angewinkelt, gebeugt, als ob sie einen Überfallen bzw. Anstürzen will.


    Grüße

    Hallo!
    Herzlich Willkommen bei uns. Schön dass du da bist.
    Auch ich bekenne mich zur Spinnenphobie. Ich habe nur eine Vogelspinne. Thorsten (Cheelo) geht es ähnlich wie mir...
    Skorpione sind zwar auch ein ganz kleines bisschen eklig, aber in anderem Maße. Einen Euscorpius nehme ich jederzeit auf die Hand, bei anderen Skorpionen täte ich das auch, wären sie so ungefährlich. Aber eine Vogelspinne, egal wie harmlos, schon vom Ekel her nicht! Es sind schon die Beine allein, nicht das Bewegen.
    Bu bist also nicht allein.
    Auf einer anderen Art gibt es auch Auffälligkeiten: während eine Katze einen Skorpion jederzeit tot spielt wegen dem zum Spielen einladenen Stachel der diesem zum Verhängnis wird, würde ein Kontakt mit einer Vogelspinne meist zum Tod der Katze führen, denn die Spinne hält still, lockt Die Katze dicht an und beißt dann in die Nase.


    Grüße Danny

    Zu Bedenken ist in dem Zusammenhang, dass in Brasilien in weiten Teilen stark kreislaufbelastendes Klima herrscht! Das heißt sehr hohe Luftfeuchtigkeit bei relativ hohen Temperaturen. Da wo Ballungszentren liegen (das sind nicht viele, aber große), ist der Regenwald quasi direkt vor der Tür. Einerseits ist dies kennzeichend für die Kulturfolgerqualitäten bzw. -gefahren dieser Tiere, andererseits auch eine Begründung für die Komplikationen nach einem "penetranten" Kontakt mit ihnen.
    Und wie wir wissen, ist kreislaufbelastendes Klima eine der schwerwiegendsten Komplikationen im Zusammenhang mit Skorpionstichen!
    Der typische Brasilianer hat gut und gerne 10 Kinder (sofern er nicht in der modernen Großstadt lebt) und die familiäre Aufklärungskapazität verteilt sich dementsprechend bruchteilhaft auf deren Anzahl und von Notfallmaßnahmen wie "heißes Wasser" hat dort kaum jemand Kenntnis! Weiterhin ist die Infrastruktur außerhalb der Ballungsgebiete zum Großteil desolat: Busse fahren nur einmal am Tag; ein Telefon gibt es nur einmal im Dorf, das nächste Krankenhaus macht vielleicht gerade eine 24-stündige "Mittagspause" ...


    Grüße

    Erste Fütterung nach voran gegangener Häutung: als die kleine Tityus nach der Aushärtung wieder ordentlich aktiv wurde, habe ich 2 Heimchen hineingeworfen. Am nächten Morgen war eins verschwunden (offenbar gefressen) und das andere Heimchen bot folgenden Anblick, es wurde ganz spinnentier-mäßig angeheftet ->


    Der Flüssigkeitsknubbel ist inzwischen schon ganz leicht eingetrocknet (auf dem Foto noch frisch). Kann jemand dazu etwas sagen?